Drachen- und Gleitschirmfliegen auf den Azoren
Start zu einem mehrstündigen Soaringflug1500 km entfernt von Lissabon und 3900 km bis New York, dort im Golfstrom liegen die Azoren, 3 Inselgruppen mit 9 Inseln, die zu Portugal gehören. Es wird vermutet, daß es sich bei den Azoren um die Spitzen des versunkenen Atlantis handelt.

Bereits im Landeanflug auf einen der drei Flughäfen, die direkt vom Kontinent angeflogen werden lacht das Pilotenherz. Kristallklares blaues Meer und Seen, saftige grüne Wiesen und Hänge und reichlich Berge laden zur Entdeckungsreise ein. Hervorragende Voraussetzungen für jeden Gelegenheitsflieger.

Wandert man mit seinem bunten Gleitsegelsack durch die immergrüne Natur umher, halten die Einheimischen mit ihren Pick-Up`s meißt unaufgefordert an um einen ein paar Kilometer in die angetretene Richtung mitzunehmen. Auf der Ladefläche, im Kleinbus oder Pkw kommt man sofort ins Gespräch. Fällt der Begriff „Parapente“ (GS) wird die Unterhaltung noch lebhafter, besonders wenn der gemeinsame Wortschatz gelegentlich durch „Hände und Füße-Sprache“ ergänzt werden muß. So läßt es sich kaum vermeiden, daß aus der äußerst gastfreundlichen Mitnahme eine Extratour zum nächsten Hügel wird, auf dem sonst einheimische Piloten ihrem Hobby fröhnen.

Da offenbar die Anwesenheit von neuen „Parapente“ nicht unentdeckt bleibt, bekommt man spätestens nach ein paar Aufziehübungen automatisch Kontakt zu ortsansässigen Piloten. Nach freudiger Begrüßung, Small Talk und Geländeeinweisung werden die Kontaktadressen -auch der Piloten von den Nachbarinseln- ausgetauscht. Nicht fehlen sollte die Angabe der lokalen Funkfrequenz, sie liegt im Amateurfunk-Frequenzbereich, deren Nutzung für GS-Piloten aus Sicherheitsgründen toleriert wird.

Übrigens, Start- oder Landegebühren muß man hier nirgendwo entrichten. Beschränkungen der Pilotenzahl sind ebenfalls nicht zu befürchten. Wettbewerbsschickeria, Hightech-Gefasel, Kamikazestories und modernes Raubrittertum alpiner Liftbetreiber sowie Mafiamethoden der Außenlandungsabfangstaffeln wird der eingeschüchterte Mitteleuropäer hier gänzlich "vermissen".

Wind und Wetter

Die im Nordostpassat gelegenen Inseln der Azoren bieten über den Tag verteilt sämtliche Jahreszeiten. Ausschlaggebend sind die warmen Luftmassen hoher Luftfeuchtigkeit, die vom Meer kommend gegen die aufragenden Steilküsten der Inseln gedrückt werden. Der Kondensationspunkt liegt am späten Vormittag nicht selten unter 400 m üNN. Im Gegensatz zur Nordseite bleibt die Südseite hiervon, bis zu einer bestimmten Passat-Windstärke, weitgehend verschont. Flüge auf der Nordseite stehen somit meist unter dynamischem Einfluß (überregional), während auf der Südseite regionale/lokale Thermik (See-Landwindsystem) herrscht. Auf der Südseite sollten Flüge niemals bis hinaus aufs Meer führen, da hier die auflandige, lokale Strömung und der ablandige, fallende Passatwindwind für sehr starke Turbulenzen sorgen und eine Bruchlandung oder Wasserung vorprogrammiert sind. Selbst am Startplatz kann man gelegentlich das Wechselspiel zwischen Passatwind und Thermik miterleben. Von einem Start ist dann allerdings abzuraten.

Infos Azoren

Fußball, Angeln, Tauchen, Jagen, Wandern und Mountainbiken sind die typischen Sport- und Freizeitbeschäftigungen, auf die man hier am häufigsten stößt. Gleitsegeln ist hier Nebensache, aber die wohl aufsehenerregendste. Flugsüchtige und Frühaufsteher fristen hier eher ein Einzelgängerdasein. Dagegen wird Urlaub und Erholung, weit weg von industrieller Großstadthektik groß geschrieben.
In den Sommermonaten treffen sich nämlich Portugiesen vom europäischen und nordamerikanischen Kontinent und füllen die Inseln mit Leben. Wallfahrten, Festivals und Sportwettkämpfe finden zu dieser Zeit ihren Höhepunkt. In geselligem Beisammensein wird oft bis zum Morgengrauen gefeiert.
Auf Verbote oder Vorschriften trifft man zu dieser Zeit kaum. Beim Anschein von fehlender Organisation ist „Abwarten und Kaffee trinken“ angesagt. Ruhe und Gelassenheit kontra Erlebnissucht lautet offensichtlich die Devise.
Seit 1998 sind auch hier die ersten GSM-Netze für Handybenutzer in Betrieb.

Kontakte:
Ponta Delgada, Sao Miguel
Fluglehrer
Emanuel Cabral
Rua Coronel Chaves 105
9500 Ponta Delgada
Tel.: +351 (0)96/652654
Fax.: +351 (0)96/653654
Horta, Faial
Aeroclub Horta
Braz Teixeira
Apartado 189
9900 Horta
Tel.: +351 (0)92/32032
Fax.: +351 (0)92/32032
e-mail: bat@mail.telepac.pt
Horta, Faial
Barroacores
Jose Carlos
Rua Conselheiro Medeiros 16 - 1º
9900 Horta
Tel.: +351 (0)92/391696
e-mail: barroacores@mail.telepac.pt
Lajes do Pico, Pico
Aeroclub Lajes do Pico
Herberto Faria
Rua dos Baleeiros
9930 Lajes do Pico
Tel.: +351 (0)92/672151
Fax.: +351 (0)92/672212
Angra do Heroísmo, Terceira
Clube Ar Livre Terceira
Canada Nova - Santa Luzia
9700 Angra do Heroísmo
Tel/Fax: +351(0)95 905639
GSM.:  +351(0)96 2672069
Karten:
Azoren Touristenführer, ca. 200 Seiten mit Informationen über Unterkünfte, Sehenswürdigkeiten usw. incl. Übersichtskarten und Rundfahrtvorschlägen für alle Inseln, in 4 Sprachen verfügbar.
Liegt gratis in Hotels, Pensionen und Touristenbüros aus.
TV-Berichte:
VOX-Tours hat 1998 einen Bericht über die Azoren ausgestrahlt.
Reiseberichte:
Reader Digest sammelt Feriengrüße, hier ist der von den Azoren.
Reiseführer:
Rolf Osang, Azoren, DUMONT, Reise-Taschenbücher
Andreas Stieglitz, Landschaften der Azoren, Sunflower Books

Viel Spaß beim Blättern!




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